oder darf man Tiere einschläfern?

Geplant ist dieser Post seit Ende 2015. Meine Meinung vor zehn Jahren war eine andere als heute. Es ist viel passiert und leider mussten uns in dieser Zeit auch viele treue tierische Freunde verlassen. Aber wie genau hat sich meine Meinung geändert und welche vertrete ich heute?

Dieses Thema ist traurig. Schwer. Und definitiv nichts, worüber man gerne spricht. Es lässt wenig Raum für Humor oder Ironie. Trotzdem gehört es zum Leben dazu und genau deshalb sollte man auch darüber sprechen dürfen.

Vielleicht fange ich mit der Meinung an, die ich damals hatte, als ich den Entwurf geschrieben habe. Für mich war die Antwort klar: Nein. Niemals würde ich diesen Schritt gehen. Niemals würde ich mein Tier zum Tierarzt bringen, um sein Leben beenden zu lassen. Ich war überzeugt davon, dass man kämpfen muss. So lange kämpfen, wie es nur irgendwie geht. Alles versuchen, um sein geliebtes Tier nicht im Stich zu lassen.

Doch irgendwann stellt man sich zwangsläufig eine Frage:

Wie lange muss man kämpfen?

Gibt es einen Punkt, an dem sich das Kämpfen nicht mehr lohnt? Einen Moment, an dem es nicht mehr um Hoffnung geht, sondern nur noch darum, Leid zu verlängern? Leider ja. Und genau das ist der Punkt, an dem sich meine Meinung über die Jahre verändert hat. Wenn es einfach nicht mehr geht, dann geht es nicht mehr. So schwer es ist, manchmal muss man diesen letzten Schritt gehen.

Würde ich es heute wieder genauso machen?

Ich glaube nicht. Zumindest nicht, wenn es noch einen anderen Weg gibt.

Denn das Einschläfern beim Tierarzt ist zwar die schnellste Möglichkeit, Leiden zu beenden. Aber für mich fühlt es sich gleichzeitig oft nach der härteren Entscheidung an. Zuhause einzuschlafen wirkt friedlicher. Ruhiger. Vertrauter.

Zuhause ist kein Stress. Keine fremden Gerüche. Keine ungewohnte Umgebung. Keine anderen Tiere oder fremde Menschen. Zuhause ist Sicherheit. Trotzdem muss man jede Situation einzeln betrachten. Es gibt kein richtig oder falsch, nur Entscheidungen, die man aus Liebe trifft.

Das Wichtigste ist am Ende etwas ganz anderes: Den treuen Begleiter nicht alleine zu lassen. Da zu sein. Das Fell zu streicheln. Die Pfote zu halten. Spüren zu lassen, dass er nicht alleine ist.

Und doch bleiben Bilder im Kopf, die man nie vergisst. Wenn ich daran denke, wie ich meinen toten Hund am Ende in einem Müllbeutel aus der Tierarztpraxis tragen musste, frage ich mich manchmal, ob ich mit dem Wissen von heute anders entschieden hätte.

Vermissen wird man sie so oder so. Sie hinterlassen immer ein Loch im Herzen. Einen Schmerz, der eigentlich nie verschwindet. Man lernt nur, mit ihm zu leben. Und irgendwann zieht vielleicht ein neuer pelziger Freund ein. Er ersetzt niemanden. Er füllt kein Loch. Aber er schafft Platz für neue Erinnerungen und ein neues Loch.

In diesem Sinne.

Euer Patrick